Mittwoch, 24. April 2013

II. Vatikanisches Konzil - Lumen Gentium

LUMEN GENTIUM 
(CHRISTUS) - LICHT DER VÖLKER

Das Jahr des Glaubens bezieht sich ja bekanntlich auf das 50-jährige Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils, das am 11. Oktober 1962 begann. (und auf das Erscheinen des "Weltkatechismus" vor 20 Jahren)
Lumen Gentium - das sind die Anfangsworte der damals erarbeiteten Dogmatischen Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Kirche.

Im Jahr des Glaubens wollen wir hier auch  vom den grundlegenden Aussagen des Konzils über den Glauben schreiben, damit das Thema des Jahres auch präsent bleibt. 

Zunächst - was steht in diesem Dokument überhaupt? Es geht um 
  1. Das Mysterim der Kirche
  2. Das Volk Gottes
  3. Die hierarische Verfassung der Kirche, insbesondere das Bischofsamt
  4. Die Laien
  5. Die allgemeine Berufung zur Heiligkeit in der Kirche
  6. Die Ordensleute
  7. Der endzeitliche Charakter der pilgernden Kirche und ihre Einheit mit der himmlischen Kirche
  8. Die selige jungfräuliche Gottesmutter Maria im Geheimnis Christi und der Kirche
  9. Anhänge
Hört sich nicht nach Schlagzeilen der Zeitung an, die man sofort lesen will?

Macht nichts - es ist dennoch wirklich empfehlenswert, immer wieder einmal einen kleinen Abschnitt zu lesen und zu betrachten.
Hier eine kleine Linksammlung zur Thematik zum schmökern und blättern, zum lernen und entdecken:
- Eine gute Zusammenfassung über den Inhalt der einzelnen Kapitel findet man HIER
- Der gesamte Text ist HIER auf www.vatican.va zu finden und HIER etwas leichter lesbar ohne den farbigen Hintergrund der Vatikanseiten.
- Papst Benedikt XVI hat über Lumen Gentium im Blick auf die Kirche eine "Ekklesiologe von Lumen Gentium" geschrieben. 
Er erzählt dabei zu Anfang von einer Begebenheit auf dem Konzil. Man hatte in der Deutschen Bischofskonferenz wohl beraten, welche Aufgaben für die Bischofsversammlung vorgeschlagen werden sollten. In all die Überlegungen wichtiger, kirchenbezogener Themen, habe "der greise Bischof Buchberger von Regensburg" etwas gesagt, was alle betroffen machte: " Liebe Brüder, auf dem Konzil müßt Ihr vor allem von Gott reden. Das ist das Wichtigste."
Die Uni Münster hat diesen Ausschnitt als Festausgabe zum 75. Geburtstag Papst Benedikts XVI herausgegeben. HIER
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Wir sind berufen, Gottes Botschaft zu verkünden. Dabei muss man diese Botschaft aber erst einmal kennen, bevor man sich damit befasst, wie man sie denn weitergeben kann.

In unserer Zeit redet man zwar viel von Methoden und Konzepten, man redet über die Kirche und ihre Aufgaben … 
Aber viel zu wenig geht es um den Inhalt der Botschaft und den Auftrag des Herrn und noch weniger redet man im Gebet mit Gott.

Man überlegt und fragt alle Leute, was man sich wohl so alles von der Kirche wünscht oder was man von ihr und ihren Vertretern erwartet … 
Selten jedoch wird gefragt, was Gottes Wille ist, sein Plan oder was der Herr von uns erwartet, wie sehr er uns erwartet, die wir berufen sind, seine Zeugen zu sein und ihm nachzufolgen.

Man überlegt und verkündet gerne, was die Kirche den Menschen für „Nutzen bringt“ und wie sie unsere Lebensbedingungen verbessern könnte, wie sie das Leben bereichert in dieser Welt. 
Selten aber nur hört man davon, dass die Nachfolge Christi zuerst beruft, das Leben hinzugeben, jedes Opfer gerne aus sich zu nehmen, um alle Menschen zu Gott zu bringen, die Bedingungen für das ewige Leben zu vermitteln. 

Man diskutiert, ob die Kirche zeitgemäß ist, ob sie die Menschen erreicht, was sie ändern soll und was gefällt oder nicht gefällt. 
Selten spricht man leider davon, ob unser Tun und Sein Ewigkeitsdimension hat, ob wir „ewigkeitsgemäß“ sind, ob wir den Himmel und Gott erreichen, oder was wir in heiliger Umkehr zuerst ändern sollen, damit wir gottgefällig sind und Heil finden, weil wir IHM entsprechen.

Kirche ist nämlich nicht ein schicker Verein mit dem Namen "Wünsch Dir was"!
Kirche ist auch wesentlich mehr als ein soziales Dienstleistungsunternehmen oder eine moderne Schmerzpflastertheologie mit Situationsoptimierung und geistlicher Narkosepraxis für mainstreammodifizierte Schöheitschirurgie.

Foto © Michaela Voss
"Christus ist das Licht der Völker. Darum ist es der dringende Wunsch dieser im Heiligen Geist versammelten Heiligen Synode, alle Menschen durch seine Herrlichkeit, die auf dem Antlitz der Kirche widerscheint, zu erleuchten, indem sie das Evangelium allen Geschöpfen verkündet (vgl. Mk 16,15).
Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit. ..." LG Kapitel 1.1 (Hervorhebung durch die Autorin)

Das Jahr des Glaubens dürfte im Blick auf wertvolle Weisheiten zunächst einmal wieder dorthin führen, wo wir uns zuerst adäquat informieren, Gedanken des Glaubens erwägen und das anblicken, was bereits vorhanden ist, ...
bevor wir uns mit "fraglichen Umfragen" an die Welt wenden, wo Gott uns etwas zu sagen hat. 

Kirche und Christus kann man nicht trennen. Fragen an die Kirche müssen immer zuerst Fragen an den Herrn sein, damit sie Antwort durch die Menschen an die Welt werden können, in seiner Gnade.

"... Alle Glieder müssen ihm gleichgestaltet werden, bis Christus Gestalt gewinnt in ihnen (vgl. Gal 4,19). ..." LG 1.7 
Die Kirche muss Christus in seinem Licht wiederspiegeln - nicht sich den Schattenansprüchen einer vergänglichen Welt anpassen.
LUMEN GENTIUM - LICHT DER VÖLKER
Ein Dokument voll mit kostbaren Wahrheiten, die wir lernen dürfen.

Man kann nicht von Gott sprechen, ohne auch über die Kirche zu sprechen, die seine geliebte Braut ist. Man kann ebenso wenig wahrhaft von der Kirche reden, ohne Gottes Werk und Offenbarung zu betrachten und dabei ein Zeugnis zu von ihm zu geben / Zeuge zu sein, denn ER ist ihr Haupt, ihr Baumeister, ihr Fundament und ihr Ziel.
(Michaela Voss)