Freitag, 1. November 2013

Der "Königskinder-Monat" November

November - ein Monat nicht nur im Nebel

Bild: Public domain

Wenige Monate im Jahr haben ein so typisches Flair, so eine gewohnte, feste Bedeutung für uns.
Da wäre beispielsweise der Mai – der bei uns allen für Frühling und Blütenpracht steht, für neues Leben, Freude und Schönheit ... 
Oder auch der Dezember, der schon beim Nennen des Namens nach Zimt und Lebkuchen zu duften scheint und den Glanz von Weihnachten trägt.

Und dann ist da eben der November – der Monat, der in uns gleich Bilder von nebligen, trüben Tagen, von Friedhofsbesuch und Gräberschmuck hervorruft und der ein fröstelndes Gefühl verursacht.
Das Laub der Bäume verabschiedet sich in diesem Monat vollends, alles Leben scheint in Nebel und Winterschlaf einzutauchen und auch das Kirchenjahr stellt uns Tod und Vollendung vor Augen.

Aber – es ist kein trauriger Monat, wenn man genauer hinschaut!
Der erste Tag im November ist ein Hochfest und feiert alle Heiligen, den jubelnden Chor jener, die schon das Ziel erreicht haben. 

Weil es ein arbeitsfreier Feiertag ist, nutzt man ihn auch zum Totengedenken und häufig am Nachmittag zum Gräbergang. Wenn wir dann so an den Gräbern stehen, dann überschatten oft Trauer-  und Verlustgefühle den Jubel des Tages, an dem wir feiern, dass Gott den Menschen vollenden will und vollendet, in ewiger Seligkeit.
Der Jubel von Allerheiligen ist so häufig ein wenig im Hintergrund, weil wir Allerseelen schon "vorverlegen". Dabei könnte und dürfte es gar umgekehrt sein - wir dürften das Totengedenken durchstrahlt sein lassen vom Jubel des Allerheiligentages, in dem uns die Herrlichkeit der Vollendung vor Augen stehen darf.

Die Kirche schenkt uns in diesem Monat eine großartige Hilfe für die rechte, innere Blickrichtung:
Wir begegnen zwar dem Sterben – das sich auch in der Natur spiegelt – aber voran steht die gewaltige Freude und Hoffnung der Vollendung, der Herrlichkeit und nie endenden Freude, die uns in der ewigen Heimat erwarten.

Und wer denkt beim Monat November schon an den Jubel aller Heiligen und gar an Christkönig?

Das Kirchenjahr endet nicht in Trauer, im Nebel der Unsicherheit oder der Resignation – das Kirchenjahr schließt mit dem Fest des Triumphes Gottes – des Triumphes und des Sieges unseres Königs, der uns zu Kindern macht - zu Königskindern!

Christkönig ist das Fest, das Allerheiligen gleichsam die Hand reicht.
Geborgen zwischen beiden Festen bekommt Allerseelen oder auch St. Martin mit der Botschaft des Auftrags zu Erbarmen ein neues Leuchten.


Crown of Christian V (1671) Bild: Public domain
Christkönig, das ist nicht nur das Fest Gottes, der Sieger ist, Allherrscher, ewiger Souverän, ... sondern Christkönig ist auch ein Fest für uns!

Weil ER der KÖNIG uns zu Kindern gemacht hat, in der Erlösungsgnade,
deshalb sind wir alle – jede und jeder von uns eine Kronprinzessin / ein Kronprinz im Königshaus unseres Vaters im Himmel.

Die, welche uns voraus gegangen sind, haben die Ausbildungszeit "die Schulzeit" und die "Prüfungen" schon  hinter sich: Die Heiligen 
Wir sind Kinder des Königs – wenn wir die Krone nicht ablehnen!

Wie wäre es, den November einmal ganz anders zu sehen, als bisher:
Lassen wir aus dem "nebligen Totenmonat" - einen strahlenden Monat der Königskindschaft werden.

Wir sind gleichsam "Kron-Prinzessinnen und Kron-Prinzen" des ewigen Königreiches!
Wir befinden uns zwar noch in der Ausbildungsphase und müssen wohl noch manche Prüfung ablegen, bevor wir volljährig im himmlischen Sinne sind, aber in Jesus Christus – in seinem Tod und seiner Auferstehung dürfen wir uns freuen, auf unsere offizielle Krönungsfeier.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht – wie Ihre Krone wohl aussehen wird?
Ist sie vielleicht geziert mit:
Roten Granatsteinen – weil sie alles Leid ihres Lebens in Christus fruchtbar werden ließen?
Grünen Smaragden – weil sie auf Gott alle Hoffnung gesetzt haben, egal, was war und ist oder noch sein wird?
Mit blauen Saphieren – in der Treue ihres Glaubens
Mit roten Rubinen – wie sie die Liebe Gottes in ihr Leben aufgenommen haben
Oder mit Bergkristallen, mit Amethysten, ....?


 Primizkrone des Pfarrers Karl Wachter,
um 1930 gefertigt von den Dominikanerinnen von Wettenhausen;
Bild: Public domain 
Jeder von uns wird eine Krone tragen dürfen, wenn wir so wollen.

Wenn uns im Leben einmal die „Ausbildungszeit“ mit ihren Prüfungen manchmal schwer wird, wenn ein lieber Mensch von uns geht, weil seine „Schulzeit“ in diesem Leben vorüber ist (und Traurigkeit unser Herz schwer machen will),
dann gehen wir doch zu Jesus - vielleicht in die Kirche vor den Tabernakel - und bitten wir ihn, uns an die ewige Krone zu erinnern.

Wir dürfen in Gott immer neu Kraft finden und uns nach oben, nach vorne ausrichten so dass wir ermutigt in der Hoffnung und Freude unserer Königskinderwürde weiter gehen.

Die Heiligen zeigen uns, dass die Schule des Lebens mit Gottes Hilfe eine großartige Vollendung finden darf. Um beim Bild der Ausbildung und Schule zu bleiben - Die Heiligen geben uns ein Beispiel – sie leihen uns sozusagen ihre "Referate und Notizen" – sie geben uns auch gleichsam "Nachhilfeunterricht", wenn wir in manchen Bereichen ein wenig schwächer sind im Lernen – allen voran ist hier Maria die beste "Lehrerin" – in ihrer Fürsprache, wenn wir sie um Hilfe bitten.

Der November ist also ein Königsmonat – ein Königskindermonat – der besondere Monat, der uns die Krone zeigt, die auf uns wartet.










Allerseelenablass


Vom 1. bis zum 8. November kann täglich einmal ein vollkommener Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden.

1. Neben den üblichen Voraussetzungen
  • Beichte, (wobei eine Beichte zur Gewinnung mehrerer vollkommener Ablässe genügt) 
  • entschlossene Abkehr von jeder Sünde; 
  • Kommunionempfang 
  • und Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters 
2. Ablasswerk am Allerseelentag (bzw. einschließlich 1. November ab 12 Uhr): 
  • Besuch einer Kirche oder öffentlichen Kapelle, mit Gebet des Vaterunser und des Glaubensbekenntnisses; oder
  • vom 1. bis zum 8. November: Friedhofsbesuch und Gebet für die Verstorbenen.
Fehlt die volle Disposition oder bleibt eine der Bedingungen unerfüllt, ist ein Teilablass für die Verstorbenen gewährt. Ein solcher kann an diesen und auch an den übrigen Tagen des Jahres durch Friedhofsbesuch wiederholt gewonnen werden.
Hintergrundinformation:Ein Ablass ist der Nachlass zeitlicher Sündenstrafen für der Schuld nach bereits vergebenen Sünden, der dem recht disponierten Gläubigen unter bestimmten, klar umschriebenen Bedingungen durch die Kirche gewährt wird, die als Dienerin der Erlösung den Schatz der Verdienste Christi und der Heiligen autoritativ austeilt und zuwendet.
Der Ablass ist ein teilweiser oder vollkommener, je nachdem er von der zeitlichen Sündenstrafe teilweise oder ganz befreit.
Niemand, der einen Ablass gewinnt, kann diesen anderen Lebenden zuwenden.
Teil- und Vollablässe können fürbittend den Verstorbenen zugewendet werden."



Mehr zum Thema Ablass HIER auf unserer Homepage
Teil I
Teil II